Mitgliederversammlung 2026 des Werkfeuerwehrverbands Hessen
Einblicke, Entwicklungen und ein Blick nach vorn
Am 12. März 2026 trafen sich die Mitglieder des Werkfeuerwehrverbands Hessen e. V. zur jährlichen Mitgliederversammlung im Feuerwehrhaus Mühlheim am Main. Der 1. Vorsitzende, Peter Traudes, eröffnete die Veranstaltung pünktlich um 9 Uhr, begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der Werkfeuerwehren, zahlreiche Ehrengäste sowie die anwesenden Mitglieder und stellte die Beschlussfähigkeit fest.
Traudes nutzte seine einleitenden Worte, um wichtige personelle Veränderungen innerhalb des Verbands darzustellen. So wurde in der Herbstversammlung 2025 Tilo Funk als neuer Kassenführer gewählt, während Thomas Meudt künftig die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Auch in der Geschäftsstelle gab es Neuerungen: Annette Reber ist nun zentrale Ansprechpartnerin und täglich zwischen 10 und 15 Uhr erreichbar. Ein bedeutender Wechsel steht zudem in der Geschäftsführung bevor – Ulrich Fischer übergibt sein Amt im Mai 2026 an Klaus Disser; eine offizielle Würdigung wird im Rahmen der Herbstversammlung stattfinden.
Im Anschluss an die Eröffnung folgten die Grußworte der Gäste. Dr. Thomas Kutschker vom HMdIS berichtete über die aktuelle finanzielle Situation des hessischen Brandschutzes. Sowohl für 2025 als auch für 2026 stehen jeweils 69 Millionen Euro zur Verfügung, davon fließen rund 21 Millionen gezielt in die Brandschutzförderung. Er ging zudem auf das Projekt „65 Plus“ ein, das den Feuerwehrdienst grundsätzlich bis 67 Jahre ermöglicht, allerdings mit klaren Einschränkungen im Bereich Atemschutz und Führungsdienst. Wichtige Hinweise betrafen auch die Atemschutztechnik, bei der das Ministerium Sortenreinheit bei Neubeschaffungen empfiehlt, während für bestehende Systeme ein Empfehlungspapier der vfdb Anwendung finden kann. Auch Themen wie der bundesweit beachtete Leitfaden für den Neubau von Feuerwehrhäusern, die Fortführung der Gefahrenverhütungsschauverordnung sowie der erfolgreiche hessische Beitrag im europäischen Pre-Positioning-Verfahren wurden angesprochen.
Ein ebenfalls umfassender Überblick kam von Frank Maikranz, der die aktuellen Entwicklungen an der Hessischen Landesfeuerwehrschule vorstellte. Die Schule befindet sich in einem deutlichen Modernisierungsschub: Die neue digitale „HLFS-Lernwelt“ ersetzt zunehmend klassische Strukturen, und das alte System der Kreisausbildung wurde zu Beginn des Jahres vollständig abgeschaltet. Maikranz ging auch auf das Brandereignis vom Februar 2026 ein, bei dem Rauch mehrere Geschosse beeinträchtigt hatte. Darüber hinaus erläuterte er neue Anforderungen für das Besteigen tragbarer Leitern in verschiedenen Lehrgängen sowie die Entwicklung der Nichtbestehensquote im Gruppenführerlehrgang, die zuletzt bei etwa 10 Prozent lag. Mit einem Ergänzungsbau in Marburg, der im dritten Quartal 2026 in Betrieb gehen soll, sowie geplanten Erweiterungen an der HLFS Kassel steht die Schule vor wichtigen infrastrukturellen Veränderungen.
Nach den Berichten aus Ministerium und HLFS folgte die Vorstellung der Geschäftsstelle und des Lehrgangsbüros. Annette Reber nutzte die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen und einen Überblick über die geplanten Lehrgangsplätze des Verbandes für das Jahr 2026 zu geben. Anschließend präsentierte Klaus Disser den Kassenbericht für 2025 und erläuterte die umfangreichen Buchungsbewegungen, die sich vor allem aus der Lehrgangsorganisation ergeben. Die Kassenprüfung vom 20. Februar bestätigte eine ordnungsgemäße Führung, sodass die Mitglieder den Vorstand einstimmig entlasteten. Für die turnusmäßige Neuwahl eines Kassenprüfers stellte sich Michael Volk von Pirelli zur Verfügung und wurde ohne Gegenstimme in das Amt gewählt.
Ein besonders wertschätzender Moment der Versammlung war die Verabschiedung von Andreas Pietzner, der viele Jahre im Bereich „Florix“ tätig war. Seine Aufgaben wird künftig Benjamin Schulte übernehmen, unterstützt durch die Geschäftsstelle.
Im weiteren Verlauf berichteten die Facharbeitskreise über ihre aktuellen Themen. Der Arbeitskreis Ausbildung konzentrierte sich insbesondere auf die verkürzte GAL-Ausbildung, deren Inhalte und Voraussetzungen ausführlich erläutert wurden. Der FAK Technik informierte über neue Publikationen des DFV zur Wärmebildtechnik und betonte die Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen bei Neufahrzeugen. Markus Metzler stellte die Arbeit im FB Atemschutz/PSA/Messtechnik vor, darunter die unterschiedlichen Handhabungen des FIT-Tests, Entwicklungen bei Atemschutzgeräten, Hinweise zum Umgang mit KMR-Stoffen und zur Wartung von Gaswarngeräten sowie die Einführung neuer Einweiser-Geräte. Auch der Leitfaden des FAK Leitstelle wurde vorgestellt und fand große Aufmerksamkeit.
Den Abschluss des fachlichen Teils bildete die Vorstellung des Werkfeuerwehrverbands Rheinland-Pfalz sowie ein praxisorientierter Vortrag von Dirk Steinbrecher von der Werkfeuerwehr VW Baunatal. Er präsentierte die Erfahrungen und Herausforderungen mit dem verkürzten GAL-Lehrgang im Werkfeuerwehrenbereich und bot damit wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung eines neuen Ausbildungskonzepts.
Die Mitgliederversammlung zeigte insgesamt deutlich, wie vielfältig und dynamisch die Themen im Werkfeuerwehrwesen sind. Mit strukturellen Modernisierungen, neuen digitalen Angeboten, engagierten Facharbeitskreisen und personellen Weichenstellungen stellt sich der Werkfeuerwehrverband Hessen gut gerüstet für die kommenden Jahre auf.
